Mas du Soleilla

Das Weingut Mas du Soleilla liegt tief im Süden Frankreichs, in der Top-Region La Clape, eingebettet in eine üppige Garrigue, das Mittelmeer in Sichtweite. Klima, Vegeta­tion und Bodenbeschaffenheit prägen das unvergleichliche Terroir, dessen Potenzial die Schweizer Winzer Christa Derungs und Peter Wildbolz seit 2002 voll ausschöpften. Der Pflege der Reben wurde viel Aufmerksamkeit gewidmet. Dies bedeutet aufwändige Handarbeit von der Bestockung bis zur Verarbeitung der Ernte. Die Erträge sind mit 28 Hektoliter pro Hektar eher klein, die Qualität dafür umso höher. Das Weingut wurde Ende 2019 von einem benachbarten Produzenten übernommen; die Mas-du-Soleilla-Weine werden seither nicht mehr produziert. Vindoc hat sich die letzten Bestände gesichert und kann diese herausragenden Weine noch für eine gewisse Zeit anbieten.

8 Fragen an Peter Wildbolz

Meine Appellationen?

La Clape, Côte de Jura, Côtes de Roussillon.

Lebensmotto?

Commencer par soi – bei sich selber anfangen!

Was ich liebe?

Ein gemeinsames Essen im Kreise der Familie oder von Freunden.

Meine Top-Tipps?

Eine grillierte Bavette (de boeuf) in Le Souquets bei Gruissan. Eine Galette Occitane vom Fournil de Gilles in Narbonne.

Besonderes Kennzeichen?

Den Weisswein serviere ich am Ende der Degustation.

Meistgebrauchtes Schimpfwort?

Filho da mãe.

Lieblingsfest?

Das spontan in letzter Minute entstandene.

Bestes Antidepressivum?

Eine Wanderung durch die Wildnis von La Clape.

Peter Wildbolz zur Klimaproblematik

Winzer sind von der Natur und deren Launen abhängig – das war schon immer so. Im Zuge des Klimawandels müssen sie aber immer öfter Rückschläge wegstecken. Winzer Peter Wildbolz von Mas du Soleilla hat für uns seine Gedanken zur Problematik festgehalten.

Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen. Vor allem das Wetter ist launenhaft: Es gibt unvorhersehbare Zyklen und Schwankungen. Seit 2007 ist es nicht mehr so, dass der Regen die Entwicklung der Rebe unterstützend begleitet. Die Jahresmenge scheint sich zu verringern und die Sommerstürme finden ohne Wasser statt. Die Tropfen fallen lediglich für fünf Minuten, Blitz und Donner bleiben dagegen eine Stunde über uns, oftmals länger. Das ist speziell für La Clape. Weiter im Landesinneren kann es so ausdauernde Niederschläge geben, dass die Winzer ihre Reben nur schwer vor Pilzkrankheiten zu schützen vermögen, welche durch nasse Blätter begünstigt werden.

Dehnt sich die Sahelzone entlang den europäischen Mittelmeerküsten aus oder ist dies nur ein vorübergehendes Phänomen? Ein weiteres in den letzten sechs Jahrzehnten unbekanntes Phänomen, der Hagel, traf plötzlich drei Jahre in Folge unsere Region. Die Erträge sind daher in den letzten fünf Jahren um mehr als ein Drittel gesunken. Strukturelle Probleme treten auf, ernste Fragen stellen sich. Welche Zukunft hat der Weinbau? Gibt es eine? Für alle Winzer?

Es gibt noch weitere Herausforderungen, die bewältigt werden müssen, auch sie betreffen die Umwelt: die Bodenfruchtbarkeit, das Gleichgewicht zwischen den Arten, die Austrocknung von Brachflächen und die Brandgefahr.

Von Menschenhand geschaffene Probleme

Vor nicht allzu langer Zeit hiess La ­Clape noch «L’Île des Lacs». Heute gibt es hier keine Flüsse, keine Seen mehr. Nach der Abholzung der einheimischen Steineichen wurde die Aleppokiefer gepflanzt, weil diese schneller wächst als die Eiche. Hitze, Wind und Brandstiftung prägten fortan die Entwicklung der Vegetation. An manchen Stellen in La Clape glaubt man in einer Savanne zu sein, anderswo gibt es nur kahle Felsebenen. Die einzige willkommene Nutzpflanze ist die Rebe. Sie verhindert die Ausbreitung des Feuers. Der Olivenbaum wächst nur an geschützten Stellen. Wo immer etwas Erde lag, wurden deshalb Reben gepflanzt. Die Mutigsten räumten das Buschland, das sich nur mit Kieselgrund begnügt hatte, um dann mit Dutzenden von Lastwagen Erde aus der Ebene des Flusses Aude heranzukarren.

Nach dem Rückgang der Erträge entstanden grosse Projekte zur Verlegung von Pipelines, die Wasser aus dem Landesinnern nach La Clape transportieren sollten. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass diese Bewässerungsprojekte gebaut werden, ohne je nützlich zu sein, denn für die Bewässerung darf kein Trinkwasser eingesetzt werden. Die Entscheidungsgewalt darüber, was als Trink- oder Brauchwasser gilt, liegt seit 2003 beim Präfekten des Departements Aude. Die Bewässerung kann somit nur eine Zwischenlösung sein. Es macht keinen Sinn, Reben zu kultivieren, welche nur dank Wasser aus der Pipeline überleben.

Hilft Besinnung auf «altes Wissen»?

Es ist deshalb notwendig, die Rebsorten, die Unterlagen und vor allem die Anbaumethoden zu überdenken. Dass die alten Rebsorten wie Carignan besser an das aktuelle Wetter angepasst sind und dass die Kultivierung in traditionellen Gobelets weniger Wasser verdunsten lässt als das heute übliche Aufziehen an Drähten, wirkt zynisch. Der Mensch greift nach Beobachtungsperioden ein, die der Länge seines Lebens entsprechen und nicht den Zyklen der Sonneneruptionen oder der «Natur», um einen allgemeineren Begriff zu verwenden.

Heute brauchen wir Pioniere und einen Austausch über die verschiedenen Erfahrungen, die jene Winzer gemacht haben, die den Zeichen der Zeit trotzen – spontan oder konzertiert –, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Die intelligentesten, die besten Interpreten von Naturereignissen werden sich für einen minimalen Fussabdruck entscheiden, in Harmonie mit der sie umgebenden Fauna und Flora stehen und dem natürlichen Gleichgewicht den nötigen Raum geben.

Peter Wildbolz

Die Weine von Mas du Soleilla

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