Mas de Mortiès

Magischer Ort am Pic Saint Loup

Die milde, sonnige Seite des Frühlings scheint endlich die Oberhand zu gewinnen über die kühlen Temperaturen und die Regenmengen, die sich während der letzten Tage über die Region entleert haben. Strahlend blauer Himmel – es gibt keinen besseren Moment, um sich aufzumachen zu einen Besuch auf Mas de Mortiès am Pic Saint Loup, dem markanten, von Nîmes und Montpellier aus sichtbaren Ausläufer der Cevennen.

Etliche Kilometer windet sich die schmale Strasse aus dem Dorf Saint Jean de Cuculles hoch in die von Steineichen durchsetzte Garrigue am Pic Saint Loup und gibt immer wieder den Blick frei auf hellen Kalkstein. In einer malerischen Senke auf halber Höhe zum Gipfel weist ein blau umrandeter kleiner weisser Wegweiser zum Gut an leicht erhöhter Lage über den Rebbergen. Die Ankunft auf der Domäne ist überwältigend: Ergreifend die Ruhe über dem Tal, die Schönheit der wilden Landschaft und das bunte Mosaik der Farben. Man fühlt sich sofort im Einklang mit der Natur und fährt mehr als einen Gang herunter.

Ein einzigartiges Terroir

Neben dem Kalkstein findet man am Pic Saint Loup auch weissen Ton und auf Mas de Mortiès zusätzlich Dolomit und schwarzen Mergel. Unter Geologen ist das Gebiet berühmt für die unzähligen Versteinerungen, fast auf Schritt und Tritt finden sich zwischen den Reben Abbilder von Ammoniten oder Muscheln. Die kalkhaltigen Böden bieten den Stöcken einerseits eine gute Drainage – im Pic Saint Loup nicht unwichtig, denn die nördlichst gelegene Appellation des Languedoc erhält auch am meisten Niederschläge –, anderseits vermögen sie aber auch genügend Wasser zu speichern für trockenere Zeiten. Zusammen mit hohen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht ist dies die Basis für die typischen fruchtigen und gehaltvollen Weine der Pic Saint Loup AOC.

«Es ist ein wunderbarer Ort, magisch», schwärmt Pascale Moustiès. Sie und ihr Mann Richard haben die Domaine 2008 von Rémi Duchemin (heute auf Plan de l’Homme) übernommen; den exzellenten Ruf von Mas de Mortiès als eine der Perlen des Pic Saint Loup haben sie in den vergangenen zehn Jahren weiter festigen können. Dies ist nicht selbstverständlich, sind die Moustiès doch Quereinsteiger: «Ich habe zuvor in der Immobilienbranche gearbeitet», erzählt Pascale. «Unsere Nachbarn waren Winzer und uns hat deren Lebensart immer fasziniert. Schliesslich verspürte Richard eine unbändige Lust, mit dem Terroir zu arbeiten – im Einklang mit der Natur – und dieses Erlebnis mit anderen Menschen zu teilen. Gleich unser erster Besuch auf einem Weingut führte uns nach Mas Mortiès, daraus wurde eine Herzensangelegenheit!»

Streng biodynamische Kriterien

Die 24 Hektaren Reben auf Mas de Mortiès, vier davon mit weissen Traubensorten bestückt, werden nach streng biodynamischen Kriterien gepflegt – das war für Pascale von Beginn weg klar: «Wir setzen keine Pestizide ein – schliesslich verbringen wir sehr viel Zeit zwischen den Reben.» Die Arbeit im Weinberg erfolgt minutiös, wie wir auf einem Rundgang durch die Reben feststellen können. Dabei erzählt Pascale von ihrem neuen Lebensrhythmus: «Unser Leben war auf einen Schlag entschleunigt – und doch ist da auch Stress: Die Zeit vergeht sehr schnell hier, es gibt viel zu tun, insbesondere mehr Administratives, als man denkt. und man lebt im Einklang mit dem Klima; ich habe sehr schnell zur Kenntnis nehmen müssen, dass wir total abhängig sind von Kälte, Regen, Wind oder gar Hagel. Wir können unser Terroir eigentlich nur begleiten – versuchen zu verstehen, beobachten und intervenieren so wenig wie möglich. Der Lohn dafür ist dann die Lese, ein Moment voller Hochgefühle.»

Die Trauben werden von Hand gelesen und in kleinen flachen Harrassen umgehend in den Keller befördert und entstielt – mit Ausnahme derjenigen, welche für die Kohlesäuregärung vorgesehen sind. Die weissen Beeren landen direkt in der pneumatischen Presse und werden dann im Inox-Tank sortengetrennt ausgebaut. Der Ausbau der Roten erfolgt jahrgangsabhängig im Stahltank oder in Barriques, wobei letztere sehr sachte zum Einsatz gelangen. Das Ziel von Pascale Moustiès, der Chefin im Keller, sind gehaltvolle und ausgewogene Weine mit schön eingebundenen Tanninen.

8 Fragen an Pascale Moustiès

Meine Appellationen?

Pic Saint Loup.

Lebensmotto?

Nie aufgeben!

Was ich liebe?

Ziegenkäse von Sandra Carrié aus Frouzet, Olivenöl von Catherine und Jean ­Benoit Hugues aus Saint-Rémy-de-Provence und feines Bio-Brot von der Bäckerei Grasset.

Meine Top-Tipps?

Ein Besuch des Biomarkts Marché des ­Arceaux in Montpellier (entlang des Aquädukts) am Samstagmorgen. Eine Augenweide und Gaumenfreude! Für Sammler: der zugehörige Flohmarkt.

Besonderes Kennzeichen?

Natur-Fan.

Meistgebrauchtes Schimpfwort?

Et flûte!

Lieblingsfest?

Saint-Joseph («Seppitag») am 19. März mit der traditionellen Wanderung zur Spitze des Pic Saint Loup.

Bestes Antidepressivum?

Ein Glas Morgon von der Domaine Lapierre.

Die Weine von Mas de Mortiès

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