Château du Donjon

Zwischen Tradition und Moderne

Jean Panis von Château du Donjon schafft den Spagat zwischen jahrhundertealter Familientradition und modernem Weinbau: Seine Weine der Appellationen Minervois und Cabardès zählen seit 15 Jahren zu den beliebtesten bei Vindoc.

Der Donjon (Wehrturm) von Bagnoles ist das erste, was man erblickt, wenn man über den letzten der sanften Hügel zwischen Carcassonne und Bagnoles gelangt. Nach einer knappen Viertelstunde Fahrzeit von der mittelalterlichen Stadt Carcassonne durch französische Bilderbuchlandschaft entlang den die Strassen säumenden Platanenalleen und Weinbergen erreicht man das 300 Einwohner grosse Dorf entspannt und frohgemut – die Strassen hier sind meist menschenleer und Hektik definitiv ein Fremdwort.

Wie der Wehrturm des Château du Donjon das Zentrum des Orts markiert, nimmt Jean Panis in seinem Keller den Raum für sich ein. Gross und kräftig, einen leichten Geniesserbauch vor sich hertragend, wirkt er von zupackender Art. Dazu kontrastieren aber stark sein stets präsenter, feiner Humor, seine wachen Augen und ein Künstler-Pferdeschwanz. Diese spannende Mischung aus bodenständiger Tradition und kreativer Aufgeschlossenheit widerspiegelt sich auch in den Weinen von Donjon: kräftig und elegant, gut ausbalanciert und ohne plumpe Aufdringlichkeit. Kurzum: Produkte eines Winzers, der seinen Stil gefunden hat.

Separate Vinifikation der Traubensorten

Jean führt uns durch seinen Keller mit rund 30 Betontanks aus der Jahrhundertwende. Hier ruhten bis vor kurzem die Roten des Jahrgangs 2017 noch sortengetrennt. Assembliert werden die Carignan, Grenache, Syrah, Cinsault, Merlot, Cabernet Sauvignon und Petit Verdot meist erst im Januar. In einem guten Dutzend moderner Inox-Cuves, die sich zur Kontrolle des Gärprozesses vollautomatisch abkühlen lassen, reifen Vermentino, Roussanne, Sauvignon Blanc und Colombard. Der Barriquekeller befindet sich im alten Wehrturm selber – wo gleichbleibende Temperaturen garantiert sind.

Abgefüllt und gelagert werden die Weine des Château du Donjon nach ihrem Ausbau in einem neu erstellten Gebäude am Rand des Dorfes. Die kürzlich angeschaffte Abfüllanlage ist gegenwärtig Jeans grösster Stolz: «Sie gibt mir die Möglichkeit grösster Flexibilität. Ich kann ganz nach Bedarf auf die Flaschen ziehen und bin nicht mehr auf die Zeit und das Knowhow externer Mitarbeiter angewiesen. Auch bezüglich Hygiene bin ich so vor Überraschungen gefeit.»

Rebberge rund um das Dorf Bagnoles

Gemeinsam begeben wir uns in die Weinberge des Châteaus. Rund 80 Hektar Reben verteilen sich um Bagnoles. Die schönsten und ältesten Bestände liegen am leicht geneigten ton- und kalkhaltigen Hang über dem Dorf, vorwiegend mit Grenache und Carignan bestockt. Dazu zählt auch Jeans Lieblingsparzelle mit den über 100 Jahre alten Grenache-Gobelets, welche in den besten Jahrgängen für den Pujade verwendet werden. Knorrig, von Wind und Wetter geprägt, krümmen sie sich nah am Boden; man hört die Stöcke förmlich ächzen ob dem dieser Tage wieder einschiessenden Saft, Weckruf des Frühlings für die altehrwürdigen Reben. Welch Gegensatz zur samtenen Weichheit des Pujade!

In den tieferen Lagen entlang des Flüsschens Clamoux sind die Böden sandiger. Hier gedeihen vor allem Merlot, Cabernet Sauvignon und jüngere Grenache. Immer wieder verlangsamt Jean die Fahrt und lässt seinen Hund vom Pick-up springen. Dieser kennt seine Runde und eilt uns jeweils voraus bis zur nächsten Parzelle. Auffallend sind die jeder dieser Parzellen eigenen alten Steinhütten, aufgeschichtet ohne Mörtel. «Hier wurden früher einfache Gerätschaften eingelagert», erklärt Jean, «darüber hinaus spendeten sie ein wenig Schatten während der Pausen bei der Arbeit im Weinberg.» Heute ist man jedoch in wenigen Minuten im Dorf.

Es sei denn, man stellt sich so ungeschickt an wie jener ältere Nachbar der Panis›, auf den wir hinter der nächsten Kurve stossen. Mit seinem bejahrten Peugeot 205 ist der Alte im Strassengraben gelandet – nicht zum ersten Mal, lässt sich aus dem Zustand des Fahrzeugs schliessen. Jean stoppt kurzerhand und zieht mit seinem Pick-up den Nachbarn aus dem Dreck. Keine Ursache, man kennt sich…

Château du Vieux Parc

Das Weingut, wo die Musik spielt! Guillaume Panis, der Neffe von Jean, dem Winzer von Château du Donjon, hat vor wenigen Jahren die Verantwortung auf Château du Vieux Parc übernommen – dem elterlichen Gut von Jean Panis. Dort wird nun gerockt!

8 Fragen an Jean Panis

Meine Appellationen?

AOP Minervois, AOP Cabardes, IGP Co­teaux de Peyriac und Cité de Carcassonne.

Lebensmotto?

Auf dass unsere Leidenschaft Ihnen Freude bereitet.

Was ich liebe?

Gut essen, feine Weine – und meine Familie.

Meine Top-Tipps?

Eine Omelette de Pâques mit Freunden (in Südfrankreich ist es Brauch, zusammen mit der Familie und Freunden am Ostermontag ein grosses Picknick auszurichten, dessen Hauptspeise eine grosse Omelette ist).

Besonderes Kennzeichen?

Lange Haare

Meistgebrauchtes Schimpfwort?

Putain!

Lieblingsfest?

La fête de la Musique

Bestes Antidepressivum?

Eine gute Cigarre

Die Weine von Château du Donjon

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