Languedoc, die Bio-Wiege Frankreichs

Languedoc-Roussillon hat den höchsten Anteil an Bio-Weinbau in ganz Frankreich

Das Languedoc-Roussillon beherbergt die älteste und grösste Weinregion der Welt. Gleichzeitig werden hier anteilmässig auch mehr Bio-Weine als anderswo produziert. Das Languedoc ist das führende Bio-Weinbaugebiet in Frankreich mit 22 000 Hektar Bio-Reben, was 36% des französischen und 7% des weltweiten Bio-Weinbaus entspricht. Auf den Punkt gebracht, heisst das: «Nachhaltig lecker»!

Das Klima Südfrankreichs ist ideal für den ökologischen und biodynamischen Weinbau. So ist es nicht verwunderlich, dass die Produzenten hier auf einen umweltbewussten Weinbau setzen. «Wenn man es hier nicht kann, kann man es nirgendwo », sagt Jean-Pierre Venture von Mas de la Séranne in den Terrasses du Larzac. Die 16 Hektar grosse Domaine arbeitet seit 1998 biologisch (zertifiziert im Jahr 2012).

Das Languedoc-Roussillon hat eine Reihe von natürlichen Vorteilen im ökologischen Landbau. Dazu gehören eine beneidenswerte Biodiversität, eine breitere Bepflanzung der Weinberge und natürlich ein heisseres, trockeneres Klima, das auch durch den Wind unterstützt wird. Wird ein Punkt von falschem Mehltau an der Rebe sichtbar und es weht der nordwestliche Tramontan weht, so besteht ein deutlich geringeres Risiko beim Verzicht aufs Spritzen als beispielsweise im Bordelais.

Was ist oder was darf Bio?

Der biologische Weinbau verzichtet auf Pestizide, Herbizide und synthetische Produkte und verwendet ausschliesslich natürliche Elemente wie Schwefel und Kupfer zum Schutz der Rebe. Die einzigen erlaubten Behandlungen sind solche mit Kontaktprodukten – waschbar durch Regen –, die nicht in die Pflanze eindringen. Kupfer schützt in einer präventiven Anwendung die Blätter vor einer Mehltau-Infektion, zudem zeigen sich auch sekundäre bakterizide Effekte bei Bakterien-Nekrosen oder Schwarzfäule. Im Wein finden sich normalerweise nur kleinste Spuren von Kupfer, weit unter der Toleranzgrenze, selbst wenn im Weinberg viel gesprüht wurde. Das meiste spült der Regen von den Trauben weg und nach der Gärung des Traubenmostes bleiben allfällige Kupferrückstände in der Maische zurück. Das Jäten erfolgt maschinell – oft sogar manuell mit einem Pflugrahmen, der die Wurzeln des Grases in den Reihen schneidet. Die Kontrolle der Begrünung verhindert, dass die Rebe mit dem Deckbewuchs um Wasser und Nährstoffe konkurrieren muss.

In den Weinkellern bedeutet die biologische Weinbereitung, den Input während der Gärung zu begrenzen und die Dosen von Schwefel – den berühmten Sulfiten – zu reduzieren; dieser ist jedoch nach wie vor erlaubt. Zur Erinnerung: Er schützt den Wein vor Oxidation und bewahrt ihm alle seine Geschmackseigenschaften! Die beste Methode, um bei der Herstellung von Wein den Zusatz von Sulfiten zu begrenzen, ist nur gesunde, von Hand geerntete und sortierte Trauben zu verwenden.

Die Qualität der Weine überzeugt

Noch vor 25 Jahren waren Bio-Weine nicht wirklich mit Freude zu geniessen, sie fanden lediglich eine kleine, fast sektiererisch verbissene Hardcore-Fangemeinde. Einhergehend mit der Entwicklung des Fachwissens im weltweiten Weinbau stieg jedoch die Qualität der Bio-Weine kontinuierlich. Heute sind die Bio-Label im Gegenteil Qualitätsgaranten. Mittlerweile ist der tierische Ernst passé und viele Winzer sehen die Frage «Bio oder nicht Bio» ziemlich locker. So sagt Peter Core von Mas Gabriel, der von Anfang an auf biodynamische Produktion gesetzt hat: «Die Idee war, besseren Wein zu erzeugen, nicht die Welt zu retten.»

Bio-Betriebe sind Vorzeigebetriebe

Für Winzer wie Peter Core war der biologische Anbau von Anfang an der einzige Weg, andere brauchten etwas «Anschubhilfe » von aussen, um die mindestens dreijährige Umstellung in Angriff zu nehmen. Diese, «Conversion» genannt, ist nicht nur teuer, ökologischer Landbau bedeutet auch rund einen Viertel Mehrarbeit im Weinberg. Klimawandel, Umwelt- und Wasserschutz haben die Weinbauern aber gezwungen, ihre Praktiken zu ändern.

Wie die Domaine Bertrand-Bergé: Das 36 Hektar grosse Weingut befindet sich seit sechs Generationen in der gleichen Familie. In den 80er Jahren wurden aus finanziellen Gründen mit synthetische Chemikalien gearbeitet. «Sie halfen, die Rentabilität zu sichern. Aber wir hatten die Folgen nicht bedacht», sagt Winzer Jérôme Bertrand. Daraus ergab sich eine Kehrtwende ab 2000 mit einer Reduzierung des Verbrauchs, gefolgt vom biologischen Anbau ab 2011, der 2013 zur Zertifizierung führte. Auch die Biodiversität wurde durch die Pflanzung von Eichen, Mandel-, Feigen- und Olivenbäumen verbessert. Heute ist Bertrand-Bergé ein Modellbetrieb mit einer beispielhaften Weinauswahl.

Die Zukunft heisst 100% Bio

In der AOP Terrasses du Larzac sind bereits heute 85% der Produzenten bio-zertifiziert oder «en conversion», auch in der AOP Faugères tragen bereits 80% der Betriebe ein Bio-Label. Und die Verwaltungsbehörde der AOP Corbières hat 2019 beschlossen, dass sich ab 2024 nur noch Weinbaubetriebe mit der Appellation d’Origine Protégée Corbières präsentieren dürfen, welche mit einem Bio-Label zertifiziert sind. Die Produzenten haben nun drei (bio) respektive fünf (biodynamisch) Jahre Zeit für die Umstellung.

Diese (wortwörtliche) Biodynamik widerspiegelt sich natürlich auch im Sortiment von Vindoc. Drei Viertel der Weinbauern, mit denen wir zusammenarbeiten, produzieren nach den Vorschriften eines der Bio-Label Ecocert (Agriculture biologique), Terra Vitis, HVE (Haut Valeur environnementale), Demeter oder Biodyvin (biodynamisch). Eine Erfolgsgeschichte mit betörenden Ergebnissen.

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